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Beiträge: 70

Registrierungsdatum: 2. April 2013

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1

Donnerstag, 20. Juli 2017, 18:46

GBA Pressemitteilung 20.07.2017: Liposuktion bei Lipödem bietet Potenzial als Behandlungsalternative

Man hat nun 2 Jahre benötigt, um zu der Erkenntnis zu gelangen, dass eine in allen Punkten belastbare Studienlage zur Liposuktion beim krankhaften Lipödem nicht existiert. Nun bedarf es weiterer Prüfungen und einer unabhängigen wissenschaftlichen Studie. (Hätten "wir" eigentlich wissen können.) Man ist im Prinzip so weit wie vorher, was sich aus den folgenden Ausführungen zum Leistungsanspruch ergibt. Nur für Studienteilnehmer besteht ein gesundheitlicher Profit.

Zitat


Was bedeutet der G-BA-Beschluss für den Leistungsanspruch der Patienten?
Im Rahmen der zukünftigen Erprobungsstudie werden für Studienteilnehmende die Kosten der Liposuktion übernommen.
Der reguläre Leistungsanspruch für GKV-Versicherte bleibt bis zu einer abschließenden Beschlussfassung des G-BA unverändert.



Zitat

Was bedeutet der G-BA-Beschluss für den Leistungsanspruch der Patienten?
Im Rahmen der zukünftigen Erprobungsstudie werden für Studienteilnehmende die Kosten der Liposuktion übernommen.
Der reguläre Leistungsanspruch für GKV-Versicherte bleibt bis zu einer abschließenden Beschlussfassung des G-BA unverändert.
Wie sind die nächsten Schritte?
Die Beschlüsse zur Aussetzung des Methodenbewertungsverfahrens werden dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) zur Prüfung vorgelegt und treten nach Nichtbeanstandung und Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft.

Anschließend wird der G-BA die Eckpunkte des Studiendesigns beraten und in einer Erprobungs-Richtlinie festlegen. Die Erprobungsstudie muss so angelegt sein, dass sie eine Bewertung des Nutzens und der Risiken der Liposuktion auf einem ausreichend sicheren Erkenntnisniveau ermöglicht. Die Eckpunkte umfassen insbesondere Konkretisierungen zu den entsprechenden Indikationen, Vergleichsinterventionen, patientenrelevanten Endpunkten, dem jeweils benötigten Studientyp sowie zu den sächlichen, personellen und sonstigen Anforderungen an die Qualität der Leistungserbringung.

Zu untersuchende offene Aspekte sind insbesondere:

Nutzen der Liposuktion in Bezug auf Symptomreduktion, Lebensqualität und Erfordernis (weiterer) konservativer Behandlung im Vergleich zu nichtinvasiven Maßnahmen,
Notwendigkeit von Folge- beziehungsweise Wiederholungseingriffen sowie
Risiken der Operationen und langfristige Sicherheit der Methode.
Durchführung und Auswertung der Studie werden von einer unabhängigen wissenschaftlichen Institution übernommen, die im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung ermittelt werden muss.

Hintergrund: Methodenbewertung der Liposuktion
Der G-BA ist vom Gesetzgeber beauftragt zu entscheiden, welchen Anspruch gesetzlich Krankenversicherte auf medizinische oder medizinisch-technische Untersuchungs- und Behandlungsmethoden haben. Im Rahmen eines strukturierten Bewertungsverfahrens überprüft der G-BA deshalb, ob Methoden oder Leistungen für eine ausreichende, zweckmäßige und wirtschaftliche Versorgung der Versicherten unter Berücksichtigung des allgemein anerkannten Standes der medizinischen Erkenntnisse in der vertragsärztlichen und/oder stationären Versorgung erforderlich sind.

Zum Abschluss eines strukturierten Methodenbewertungsverfahrens entscheidet der G-BA darüber, ob und inwieweit – d.h. für welche genaue Indikation und unter welchen qualitätssichernden Anforderungen – eine Behandlungsmethode ambulant und/oder stationär zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) angewendet werden kann. Lässt die wissenschaftliche Datenlage noch keine sichere Entscheidung zum Nutzen bzw. Schaden und der Notwendigkeit zu, muss – bei Feststellung eines Potenzials als Behandlungsalternative – die Methode im Rahmen einer Studie erprobt werden. Für die Dauer der Erprobung ist das Methodenbewertungsverfahren zeitlich befristet auszusetzen.


Quelle und ausführliche Info: https://www.g-ba.de/institution/presse/p…tteilungen/698/

PandoraH

Erleuchteter

Beiträge: 2 637

Registrierungsdatum: 3. September 2011

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2

Freitag, 21. Juli 2017, 00:19

Hallo,

auch wenn viele Betroffene nun sehr deprimiert sind, sollte man vielleicht nicht so schwarz sehen, denn die Angelegenheit ist nicht abschlägig beschieden, und nach meiner Interpretation der Pressemitteilung ist bei medizinischer Notwendigkeit und entsprechender Indikation die vollstationäre Krankenhausbehandlung nicht verboten. Das ist zwar ein ziemlicher Hürdenlauf und sehr zeitintensiv, aber die Mühlen der Bürokratie mahlen eben sehr langsam und es fehlt auch an einer wirklichen Lobby. Privatanbieter von Liposuktionen haben nach meiner Meinung vermutlich kein großes Interesse an einer Änderung, würde sie doch die Einnahmen schmälern. Anbieter von konservativen Therapien sind davon evtl. auch nicht ausgenommen.

Also heißt es jetzt, sich in Geduld zu üben und eben Beharrlichkeit, zu einer Kostenübernahme auf dem bisher möglichen Weg zu kommen, wovon gerade die am stärksten Betroffenen profitieren können. Zu gegebenem Zeitpunkt werden dann auch Studienteilnehmerinnen rekrutiert, vielleicht hat dann die ein oder andere Betroffene Glück, zu diesem Kreis gehören zu können.

Zitat

Was bedeutet der G-BA-Beschluss für den Leistungsanspruch der Patienten?

- Im Rahmen der zukünftigen Erprobungsstudie werden für Studienteilnehmende die Kosten der Liposuktion übernommen.

- Der reguläre Leistungsanspruch für GKV-Versicherte bleibt bis zu einer abschließenden Beschlussfassung des G-BA unverändert.

https://www.g-ba.de/institution/presse/p…tteilungen/698/
Viele Grüße
Pandora

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ele77

Profi

Beiträge: 75

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Wohnort: Bei Stuttgart

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3

Freitag, 21. Juli 2017, 13:17

Hallo zusammen,

auf der einen Seite finde ich es schade, dass es so gekommen ist, hätte ein positiver Beschluss doch dazu geführt, dass Liposuktion künftig leichter zu bekommen sind. Auf der anderen Seite ist es aber auch positiv zu bewerten, dass jetzt endlich mal (hoffentlich) wissenschaftlich fundierte Studien zum Lipödem und der Liposuktion durchgeführt werden. Trotz alles wird diese Krankheit ja leider auch immer noch von vielen Ärzten nur belächelt (gerne auch beim MDK :thumbdown: ).
Immerhin wurde der Antrag nicht abgeleht und wie Pandora schon schrieb ergibt sich vielleicht auch hier für die ein oder andere eine Chance als Studienteilnehmerin :)

Gruß
Ele

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