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PandoraH

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Samstag, 15. Oktober 2011, 11:04

Konservative Therapie des Lymphödems und Lipolymphödems

Manuelle Lymphdrainage

Die manuelle Lymphdrainage ist eine Therapieform der physikalischen Anwendungen; ihre Wirkungsweise ist breit gefächert. Sie dient vor allem als Ödem- und Entstauungstherapie geschwollener Körperregionen, wie Körperstamm und Extremitäten (Arme und Beine), welche nach Traumata oder Operationen entstehen können. Besonders häufig wird diese Therapie nach einer Tumorentfernung nötig.

Durch verschiedene Massage- und Grifftechniken wird das Lymphsystem aktiviert indem vor allem die Pumpleistung der Lymphgefäße, genauer der Lymphangione, verbessert wird. Auch die aktive Verschiebung von Flüssigkeit in der Haut/Unterhaut ist möglich. Die Manuelle Lymphdrainage bewirkt dabei keine Mehrdurchblutung wie in der klassischen Massage.

Weitere Indikationen sind sämtliche orthopädischen und traumatologischen Erkrankungen, die mit einer Schwellung einhergehen (Verrenkungen, Zerrungen, Verstauchungen, Muskelfaserrisse etc.) Auch bei Verbrennungen, Schleudertrauma, Morbus Sudeck und ähnlichen Krankheitsbildern wird die Manuelle Lymphdrainage angewendet.

Auch in der Schmerzbekämpfung, wie auch vor und nach Operationen soll sie helfen, das geschwollene, mit Zellflüssigkeit überladene Gewebe zu entstauen. Teilweise können Schmerzmittelgaben verringert werden und der Heilungsprozess verläuft schneller. Kontraindikationen (Gegenanzeigen) sind hierbei genau zu beachten wie z.B. eine dekompensierte Herzinsuffizienz, akute, fieberhafte, bakterielle Entzündungen oder ein kardiales Ödem.

Bei ausgeprägten lymphatischen Erkrankungen (Stauungen) wird diese Therapie mit Kompressionsverbänden,Hautpflege und spezieller Bewegungstherapie kombiniert und unter dem Begriff Komplexe Physikalische Entstauungstherapie (KPE) zusammengefasst.

In den 1960er Jahren hat sich diese Therapie, welche von Emil Vodder maßgeblich entwickelt wurde, etabliert und wird seitdem an deutschen Massage- und Krankengymnastikschulen gelehrt. Die Therapeuten sind vornehmlich Masseure und Physiotherapeuten (seit dem Jahre 1994 werden Krankengymnasten als Physiotherapeuten bezeichnet). Die Anwendung ist nur dem Fachpersonal mit der entsprechenden Zusatzausbildung in manueller Lymphdrainage an einem zugelassenen Lehrinstitut erlaubt. Die Zusatzausbildung dauert vier Wochen (etwa 180 Unterrichtseinheiten) und ist in den Richtlinien der IKK festgelegt. In Sachen Lymphdrainage haben Deutschland und Österreich eine eindeutige Vorreiterstellung. In den USA ist diese Therapie noch relativ unbekannt.

Es wurde des Öfteren versucht, mit Geräten zur Lymphdrainage ähnliche Erfolge wie durch die manuelle Lymphdrainage zu erzielen, allerdings liegen derartige Geräte von der Effizienz her weit hinter einer manuellen Behandlung.

Kontraindikationen

  • (bösartige) Tumore ohne Chemotherapie u/o Bestrahlung (veraltet), neuere Studien haben ergeben, dass Tumorzellen aktiv wandern, somit keine passive Wanderung ausgelöst wird.
  • ausgeprägte Herzinsuffizienz, meist Stadien 3 und 4 (cardiales Ödem)
  • erhöhte Temperatur des Körpers ab 37,5 Grad Celsius
  • entzündliche Vorgänge mit unklarer Genese (pathogene Keime)


Weblinks
Wiktionary Wiktionary: Lymphdrainage – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Geschichte der Manuellen Lymphdrainage
Grifftechniken - Kurzvideos

Quelle:http://de.wikipedia.org/wiki/Manuelle_Lymphdrainage

PandoraH

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Dienstag, 18. Oktober 2011, 14:12

Medizinische Kompressionsstrümpfe

Das Lymphödem erfolgreich therapieren
Eine Frage der richtigen Versorgung


Lymphödeme entstehen, wenn es zu einer Abflussstörung der Lymphgefäße kommt und sich Schwellungen durch die angestaute Lymphflüssigkeit entwickeln. Die Behandlung eines Lymphödems ist sowohl in der akuten Phase (Erkennen der Erkrankung), als auch in der Erhaltungsphase die komplexe physikalische Entstauungstherapie (KPE).
Bleibt der Therapieerfolg aus oder verschlechtert sich sogar das bestehende Ödem, deutet dies auf mögliche Fehlversorgungen hin. Um dies zu verhindern, ist die Wahl der richtigen Strumpfqualität, Versorgungsart und Kompressionsklasse ausschlaggebend.

Bei Lymphödemen sollte in der Regel grobporige, flachgestrickte Nahtware gewählt werden. Es ist für die Therapie eines Lymphödems ein hoher Arbeitsdruck notwendig, der nur von flachgestrickten Materialien geleistet werden kann. Wir sprechen hier von einer Wandbildung. Der Muskel kann nur dann gegen das Ödem „arbeiten“ und somit eine weitere Ausdehnung verhindern. Das Flachstrickprogramm bietet ein breites Spektrum an Versorgungsvarianten und Sonderausführungen für alle Körpersegmente an. So können auch schwierigste Körperpartien optimal mit individuell maßangefertigten Lösungen versorgt werden.

Die Wahl der falschen Kompressionsklasse ist eine Ursache fehlerhafter Bestrumpfung. Jedes Lymphödem muss individuell behandelt und therapiert werden. Faktoren wie der Schweregrad, die Lokalisation und Dauer der Erkrankung bestimmen den korrekten Kompressionsdruck. Ein zu hoher oder zu niedriger Druck kann die Heilung negativ beeinflussen. So werden beispielsweise direkt nach der manuellen Lymphdrainage sehr hohe Kompressionsklassen oder sogar einw Doppelbestrumpfung verordnet, um eine erneute Anhäufung der Lymphe zu verhindern. Ein zu hoher Kompressionsdruck kann zu Einschränkungen der Blutzirkulation führen und folglich zu einem unangenehmen Tragegefühl.

Mit freundlicher Genehmigung durch OFA Bamberg GmbH, http://www.ofa-bamberg.de

Zum kompletten Text bzw. weiterführenden Infos:
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Donnerstag, 3. November 2011, 20:31

Verordnungshinweise Kompressionstherapie

Medizinische Kompressionsstrümpfe und Geräte für die intermittierende pneumatische Kompression gehören zu den Hilfsmitteln und sind zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung verordnungsfähig (§ 33 SGB V). Das gilt auch für im Sanitätsfachhandel erhältliche An- und Ausziehhilfen, die Patienten mit Bewegungseinschränkungen oder nachlassender Körperkraft dabei unterstützen, ihre Kompressionsstrümpfe selbsttätig an- und auszuziehen.

Die Verordnung von Hilfsmitteln belastet das Arznei- und Heilmittelbudget nicht (siehe hierzu auch: Arztinformationen zu den Hilfsmittelrichtlinien).

Um Verwechslungen vorzubeugen, sollten Hilfsmittel immer auf einem gesonderten Rezept verordnet werden, auf dem das Feld Nummer 7 (Hilfsmittel) mit einer „7" gekennzeichnet wird.

Das Rezept muss außerdem folgende Angaben enthalten:
1. Diagnose (ICD-10 Code)
2. Anzahl der Strümpfe/Strumpfhosen (1 Paar oder 1 Stück) bzw. Gerät zur AIK
3. Länge der Strümpfe (Wadenstrumpf AD, Halbschenkelstrumpf AF, Schenkelstrumpf AG, Kompressionsstrumpfhose AT)
4. Kompressionsklasse (CCL 1 bis CCL 4)
5. Art der Fußspitze (offen oder geschlossen)
6. falls erforderlich zusätzliche Verordnung von Befestigungen (Haftband, Hüftbefestigung, Hautkleber) sowie An- und Ausziehhilfen
7. falls erforderlich weitere Zusätze (Leibteil mit Kompression, Reißverschluss, Pelotten, Hosenschlitz etc.)
8. falls erforderlich Zusatz „Maßanfertigung"
9. falls erforderlich Zusatz „flachgestrickt"
10. falls erforderlich Wechselversorgung

Im Rahmen der Erstversorgung steht dem Patienten aus hygienischen Gründen ein zweites Paar zum Wechseln zu, ansonsten dürfen neue Kompressionsstrümpfe immer nur in einfacher Stückzahl bzw. paarweise verordnet werden.



Die aktuelle Fortschreibung der Produktgruppe 17 „Hilfsmittel zur Kompressionstherapie" des Hilfsmittelverzeichnisses der gesetzlichen Krankenkassen sieht außerdem vor:

1. Medizinische Kompressionsstrümpfe haben bei regelmäßigem Tragen eine Lebensdauer von mindestens sechs Monaten, d.h. dem Patienten steht jedes halbe Jahr eine Neuverordnung zu.

2. Es gibt keine starre Zuordnung von Kompressionsklassen zu bestimmten Diagnosen. Alle Kompressionsklassen - insbesondere auch die Kompressionsklasse 1 - können im Ermessen des behandelnden Arztes nach medizinischer Notwendigkeit verordnet werden.

3. In Einzelfällen, beispielsweise wenn der Patient nicht in der Lage ist, Kompressionsstrümpfe der Kompressionsklassen 3 und 4 alleine anzuziehen, kann der Arzt zwei Strümpfe niedrigerer Kompressionsklassen verordnen, die übereinander getragen werden.

4. Es wird zwischen Rundstrickprodukten zur Therapie von Venenerkrankungen sowie Flachstrickprodukten für die Therapie von Ödemen differenziert. Damit wird der besonderen Rolle der Flachstrickprodukte in der lymphatischen Versorgung Rechnung getragen.

Mit freundlicher Genehmigung der eurocom e.V. - European Manufacturers Federation for Compression Therapy and Orthopaedic Devices, D - Düren
Quelle: http://www.eurocom-info.de/index.php?id=86
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Viele Grüße
Pandora

„Hoffnung ist eben nicht Optimismus, ist nicht Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat - ohne Rücksicht darauf, wie es ausgeht.“
(Vaclav Havel)

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Mittwoch, 30. Mai 2012, 20:08

Manuelle Lymphdrainage - Verordnungsprobleme und deren Lösung

Fast kein Thema bewegt Betroffene mit Lymphödem und Lipolymphödem mehr als die Verordnung von manueller Lymphdrainage. Unsicherheit bei der Ausschöpfung der Regelfälle gem. Diagnoseschlüssel

LY1: Lymphabflussstörungen mit prognostisch kurzzeitigem Behandlungsbedarf
LY2: Lymphabflussstörungen mit prognostisch länger andauerndem Behandlungsbedarf
LY3: Chronische Lymphabflussstörungen bei bösartigen Erkrankungen

und Sorge vor Regress bewirken, dass Missverständnisse zwischen Arzt und Patient entstehen.

Der nachfolgende Vortrag von Herrn Dr. Schrader zielt explizit auf diese Problematik ab und beleuchtet einfach und übersichtlich die Möglichkeit der Verordnung von Heilmitteln zur Ödembehandlung innerhalb des Regelfalls und darüber hinaus, falls erforderlich und möglich. Es wird auf die Langfristverordnung eingegangen, die vom Patienten unter bestimmten Voraussetzungen bei der Krankenkasse beantragt werden kann, um dem behandelnden Arzt Verordnungssicherheit zu verschaffen und etw. Regressforderungen möglichst auszuschließen.

Auszug:

Zitat

Damoklesschwert Regress
Wie verordne ich die KPE?


Verordnung von Manueller Lymphdrainage
Heilmittelrichtlinien

• Zum 1.7.2011 erneute Änderung
• Für bestimmte Beschwerdebilder Höchstmengen an Behandlungen festgelegt
• Nur 6 Behandlungen auf ein Rezept (unter LY3a: 10)
• Nach Ausschöpfung der Höchstmenge 12 Wochen Pause
• Neue Verordnungen erst nach erweiterter Diagnostik
• Zustimmung der Kasse erforderlich
• Langfristgenehmigung auf Antrag des Patienten möglich nach § 8 (5)
• Langfristverordnungen für chronisch Kranke möglich, wenn sichergestellt, dass ärztliche Kontrolle spätestens nach 12 Wochen erfolgt


mit freundlicher Genehmigung durch:
Dr. med. Klaus Schrader
Facharzt für Allgemeinmedizin, Phlebologie, Lymphologe BVL/DGL™

Stammpraxis: Enoch-Widman-Str. 18, 95028 Hof
Filiale: Klinikum Fichtelgebirge Haus Selb, Weißenbacher Str. 62, 95100 Selb
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Pandora

„Hoffnung ist eben nicht Optimismus, ist nicht Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat - ohne Rücksicht darauf, wie es ausgeht.“
(Vaclav Havel)

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